Grundherren von Arnsdorf und Hilbersdorf
12. bis 14. Jahrhundert
Geschlecht der Arn, Arnoldi oder Arnold
Schreibweise sehr unterschiedlich
deshalb Arnoldisdorf, Arnoldsdorff, Arnstroff, Arnsdorf, Arnßdorff
14. Jahrhundert (Zweite Hälfte)
Fredemann von Gersdorff besitzt einen Anteil von Arnsdorf
1392 bis 1420
Peschel (Peschil) von Notenhoff (Notinhofer, Nottenhoff)
Rittergut (Ritterlehn) mit der Verpflichtung zu Ritterdiensten; das bedeutet: Ritterpferde mit den dazugehörigen Kriegern zu stellen
Auf Anordnung von Kaiser Karl IV. im Jahr 1355 durften in der Oberlausitz keine Burgen mehr errichtet werden. Als Standort war hier auch der Zilsberg vorgesehen. An Stelle dafür wurden weniger feste Schlösser gebaut.
1420 bis 1489
Caspar von Notenhoff, wurde 1429 im Hofgericht für Adelige im Vogtshof Görlitz hingerichtet
und Philippe von Notenhoff
1429 bis 1459 (Hussiten)
Melchior von Notenhoff
Bruder von Caspar und Philippe; er besaß auch einen Erbteil von Rosenhain bei Löbau
Die drei Brüder waren Raubritter.
1460
Hans von Notenhoff
Sohn des Melchior von Notenhoff; wurde als gewalttätig beschrieben
1497
die Brüder Caspar von Notenhoff und
Martin von Notenhoff (dieser war Söldnerführer beim Deutschen Orden)
1520 bis 1528
die Brüder Nicol von Rabenau und Balthasar von Rabenau
Balthasar ist 1526 an Pest verstorben.
Nicol wurde vergiftet. Er war Besitzer von Arnsdorf, Hilbersdorf, Liebstein, Döbschütz, Thiemendorf. Die Güter sind dann an König Ferdinand von Böhmen gefallen.
1528
die Brüder Melchior von Notenhoff und Caspar von Notenhoff
als Lehen von König Ludwig von Böhmen verkauft
1531 bis 1567
Johannes von Gersdorff auf Reichenbach/Döbschütz kauft Arnsdorf und Hilbersdorf. Er wohnte aber nur auf dem Schloss Döbschütz.
Söhne: Balthasar und Joachim von Gersdorff
1569
Georg von Warnsdorf (Besitzer von Kuhna) erwirbt Arnsdorf
dann Hans von Warnsdorf
1581 bis 1590
Balthasar von Gersdorff
1590 bis 1596
Hans von Gersdorff; Sohn des Balthasar und Enkel des Johannes von Gersdorff
Er besaß Arnsdorf anfangs nur pachtweise. Ein Lehnsbrief vom 02.02.1596 besagt: Hans von Warnsdorf vertauscht Dittmansdorf an Hansen von Gersdorf gegen Arnsdorf
1596 bis 1603
Hans von Warnsdorf
Er war einer der reichsten Adeligen der Oberlausitz und besaß neben Reichenbach viele andere Dörfer. Dabei erlangte er großes Ansehen.
1603 bis 1617
Carl von Fürstenau; Besitzer von Döbschütz, Biesig, Dittmannsdorf
Er kauft 1613 Arnsdorf und Hilbersdorf. 1612 hatte er dort ein Bauerngut gekauft und ein neues Wohnhaus in Hilbersdorf und ein Vorwerk (Schäferei) errichtet. Im Jahre 1617 starb er dann im Alter von 39 Jahren.
1617 bis 1649
Kaspar III. von Fürstenau erbt als Bruder des Carl von Fürstenau Arnsdorf, Hilbersdorf und die anderen Güter. Er ist bereits Besitzer von Zodel, Klingewalde, Lissa und Gruna. Da er viel in Deutschland, Italien, Spanien und Frankreich auf Reisen ging, lässt er Arnsdorf und Hilbersdorf durch einen Bevollmächtigen, seinen Neffen Caspar Christoph von Kottwitz verwalten. Kaspar III. von Fürstenau, ein Verehrer und Freund Jakob Böhmes, war ein sehr wohlhabender Mann. Er besaß auch Döbschütz, Biesig, Dittmannsdorf und Oberneuendorf. Diese Güter hatten schwer unter den Unbilden des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) zu leiden. Kaspar III. bat deshalb am 12.12.1632 in einem Brief den Kurfürsten in Dresden, diese Dörfer von weiteren Brandschatzungen, Plünderungen, Einquartierungen und Extrakontributionen (Anteile bei Geldwechsel) zu verschonen.
In seinem Testament bestimmte er 10.000 Taler für arme und gebrechliche Leute auf all seinen Gütern. Gestorben ist er am 04.02.1649
1649
Caspar Christoph von Kottwitz, der vorherige Bevollmächtigte. Als Sohn der Schwester des Kaspar III. von Fürstenau erbt er jetzt Arnsdorf und Hilbersdorf, verstirbt aber am 22.07.1649
1649 bis 1663
Catherina von Kottwitz, geb. Nostiz, erbt die Güter ihres verstorbenen Mannes Caspar Christoph von Kottwitz. Sie verstirbt 1663 in Lissa.
1663 bis 1670
Fräulein Anna von Nostitz beerbt laut Testament ihre Schwester Catherina von Nostitz und erhält somit Arnsdorf, Hilbersdorf und andere Güter zugesprochen. Das Gut Arnsdorf wird dabei in der Folge für 500 Mark Herrn Elia von Nostitz auf Wiesa/Thiemendorf pachtweise überlassen.
1670 bis 1686
Carl Christoph von Nostitz (Sohn eines Bruders der beiden Schwestern Catherina und Anna von Nostitz) kauft vorerst Arnsdorf, im Jahr 1675 dann auch die Güter Hilbersdorf, Dittmannsdorf, Biesig und Döbschütz dazu. Nach einem verlorenen Duell mit Adolph von Maxen auf Quitzdorf wurde er in der Arnsdorfer Kirchengruft beigesetzt.
1686 bis 1703
Johann (Hans) Caspar von Nostitz erbt als Sohn Arnsdorf, Döbschütz, Dittmannsdorf und Krobnitz. Hilbersdorf erhielt Carl von Nostitz.
1704 bis 1708
Johann Wenzel II. von Gersdorf (Herr auf Kittlitz und Kottmarsdorf) kauft Arnsdorf für 32.800 Taler und 500 Taler Schlüsselgeld von Johann Caspar von Nostitz
1708 bis 1718
Verwaltung von Arnsdorf durch Vormund Christian Ludwig von Gersdorff auf Glossen, da die Söhne des 1708 verstorbenen Johann Wenzel II. von Gersdorf noch nicht volljährig sind
1719 bis 1726
Gottlob Rudolph von Gersdorff als jüngster Sohn des Johann Wenzel II. von Gersdorf erbt nun volljährig geworden, Arnsdorf. Taxiert wird der Besitz auf 25.943 Taler.
1726 bis 1747
Carl Gottfried von Bose, Königlich Polnischer und Kurfürstlich Sächsischer Hauptmann kauft Arnsdorf. Das Gut Hilbersdorf befindet sich in dieser Zeit im Besitz von Frau Sophia Eleonore (geb. von Thielau) von Nostitz auf Döbschütz.
1747 bis 1769
Johann Adolph August von Warnsdorff (Herr auf Weigersdorf, Cosel und Reichwalde) kauft Arnsdorf für 32.500 Taler. Er legte in dieser Zeit den Schlosspark an. 1750 kaufte er dann auch Hilbersdorf von Frau Sophia Eleonore von Nostitz für 18.000 Taler.
1769 bis 1775
Frau Sophia Erdmuth von Warnsdorff geb. von Gersdorf (dritte Frau des Johann Adolph August von Warnsdorff) erbt Arnsdorf und Hilbersdorf
1775 bis 1779
Friedrich Heinrich Ludwig Goldschmid Edler von Goldberg kauft Arnsdorf und Hilbersdorf für 48.000 Taler. Er stammt aus Holland und stirbt 1779 an einem Schlaganfall in Harlem (Holland)
1779 bis 1781
Anna Gertraude Goldschmid von Goldberg ( Witwe von Friedrich Heinrich Ludwig Goldschmid Edler von Goldberg)
1781 bis 1787
Johannes (Jacob) von Verbeek (stammt ebenfalls aus Holland) kauft Arnsdorf und Hilbersdorf von Anna Gertraude Goldschmid von Goldberg. Er wohnte aber meistens in Niesky, weil er Anhänger der Brüdergemeinde war.
1787 bis 1789
Arnsdorf und Hilbersdorf kommen an die Schwester des Johannes von Verbeek, Cornelia Johanna von Laer (geb. von Verbeek) für 46.000 Taler. Sie wohnte meistens in Herrenhut.
1789 bis 1839
Johann Carl Gottlob von Nostitz auf Wiesa (Königlicher Kammerherr) und Waldau kauft Arnsdorf und Hilbersdorf für 49.000 Taler. Er ließ die Schule und ein Armenhaus erbauen. Seinen ersten Unterricht erhielt er durch einen Hauslehrer, später ging er auf ein Gymnasium in Bautzen, danach begann er ein Studium der Rechte in Wittenberg und Leipzig. Dieses brach er durch den Tod seines Vaters ab und übernahm die Güter Wiesa und Thiemendorf, kaufte später noch Wilka, Bohra, Scheibe und Waldau. Ihm wurden hohe Orden und Titel vom Sächsischen Kurfürst und Preußischen König zuteil. Da alle seine fünf Söhne vor ihm starben, vermacht er seinem Enkel, Karl Friedrich Erdmann von Wiedebach und Nostitz Jänkendorf die Güter Arnsdorf und Hilbersdorf.
1839 bis 1876
Karl Friedrich Erdmann von Wiedebach und Nostitz übernimmt als Enkel des Johann Carl Gottlob von Nostitz die Güter Arnsdorf und Hilbersdorf. Die Doppelbezeichnung des Namens kommt vom väterlichen und großväterlichen Namen her, gestattet vom preußischen König, auch ein Doppelwappen. Karl Friedrich Erdmann von Wiedebach und Nostitz hatte vorher Jura studiert und als Jurist auch bis 1835 gearbeitet. Danach hat er vier Jahre unter Anleitung des Großvaters die Güter verwaltet bis er diese übernahm. Er war Landesältester der Görlitzer Fürstentumslandschaft, war Mitglied des Schlesischen Provinziallandtages und Ritter des St. Johanniter Ordens (adliger Orden. Er heiratete eine Adlige aus Litauen, Anna Juliane Freiin von Ungarn-Sternberg.
1876
Hilbersdorf Rittergut
Besitzer Karl Friedrich Erdmann von Wiedebach und Nostitz Jänkendorf’sche Erben - Fläche 229 ha = Acker 103,30 ha; Wiese 22,75 ha; Hutung 3,47 ha; Wald 96,80 ha; Wege/Hof 2,73 ha
R.-E. Reinertrag) 1079,55 Thaler
1886
Hilbersdorf Rittergut
Besitzer Paul Friedrich von Wiedebach und Nostitz Jänkendorf - Pächter Eduard Hofmeister - Gesamtfläche 229 ha - davon 103 ha Acker, 23 ha Wiese, 3 ha Weide, 97 ha Holzungen, 3 ha Hofraum
Grundsteuer Reinertrag 3239 Mark - Industrie: Brauerei - Viehbestand 6 Pferde, 72 Rindvieh davon 15 Kühe, 410 Schafe
1891
Hilbersdorf Rittergut
Besitzer Paul Friedrich von Wiedebach und Nostitz Jänkendorf - Pächter Eduard Hofmeister - Gesamtfläche 229 ha - davon 103 ha Acker, 23 ha Wiese, 3 ha Weide, 97 ha Holzungen, 3 ha Hofraum
Grundsteuer Reinertrag 3239 Mark
1894
Arnsdorf und Hilbersdorf Rittergüter mit Schäfereivorwerk
Besitzer Paul Friedrich von Wiedebach und Nostitz Jänkendorf - Inspektor Böttcher - Fläche insgesamt 680 ha
1902
Arnsdorf Rittergut und Hilbersdorf Rittergut mit Jungviehvorwerk
Besitzer Paul Friedrich von Wiedebach und Nostitz Jänkendorf - Pächter Traugott Mättig in Arnsdorf und Karl Mättig in Hilbersdorf - Förster Adolf Mersiowsky
1905
Arnsdorf Rittergut und Hilbersdorf Rittergut mit Jungviehvorwerk - Besitzer Paul von Wiedebach und Nostitz Jänkendorf - Pächter Traugott Mättig in Arnsdorf und Karl Mättig in Hilbersdorf
Förster Adolf Mersiowsky
1909
Arnsdorf Rittergut und Hilbersdorf Rittergut mit Jungviehvorwerk
Besitzer Paul von Wiedebach und Nostitz Jänkendorf - Pächter Traugott Mättig in Arnsdorf und Karl Mättig in Hilbersdorf - Förster Adolf Mersiowsky
1912
Arnsdorf Rittergut und Hilbersdorf Rittergut mit Jungviehvorwerk
Besitzer Paul Friedrich von Wiedebach und Nostitz Jänkendorf - Pächter Traugott Mättig in Arnsdorf und Karl Mättig in Hilbersdorf - Förster Adolf Mersiowsky
1917
Arnsdorf Rittergut und Hilbersdorf Rittergut mit Jungviehvorwerk
Besitzer Paul von Wiedebach und Nostitz Jänkendorf - Pächter Traugott Mättig in Arnsdorf und Karl Mättig in Hilbersdorf - Revierförster Adolf Mersiowsky
1921
Arnsdorf Rittergut und Hilbersdorf Rittergut mit Jungviehvorwerk
Besitzer Paul von Wiedebach und Nostitz Jänkendorf - Pächter Traugott Mättig in Arnsdorf und Karl Mättig in Hilbersdorf - Revierförster Paul Breitenfeldt
1926
Arnsdorf Rittergut und Hilbersdorf Rittergut mit Jungviehvorwerk
Besitzer Paul von Wiedebach und Nostitz Jänkendorf - Pächter Traugott Mättig’s Erben in Arnsdorf und Karl Mättig in Hilbersdorf - Revierförster Paul Breitenfeldt
Fläche gesamt 682 ha
1930
Arnsdorf Rittergut und Hilbersdorf Rittergut mit Jungviehvorwerk
Besitzer Paul Friedrich von Wiedebach und Nostitz Jänkendorf - Inspektor Wockatz in Arnsdorf und Hees in Hilbersdorf - Revierförster Paul Breitenfeldt